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Agiles Arbeiten: Zusammenfassung

Agiles Arbeiten - Zusammenfassung
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Inhalt

Traditionell

Ich schreibe erst auf, was der Kunde haben will. Dann schreibe ich auf, was ich beabsichtige, ihm zu liefern. Dann erstelle ich eine Architektur, die beschreibt, aus welchen Teilen das System besteht. Dann entwerfe ich die Klassenstruktur. Dann programmiere ich alles (oder lasse es in Indien programmieren, weil es da viel billiger ist). Dann teste ich es und liefere es aus. Für jede Phase habe ich Spezialisten. Der Kunde nimmt schließlich das System ab und ist glücklich. Und wenn nicht, dann haben wir ein Problem.

Agil

Ich gehe davon aus, dass weder der Kunde genau weiß, was er eigentlich haben will, noch dass ich weiß, wie man das optimal bauen könnte. Ich baue also erst mal ein System, das ganz wenig kann, gebe es dem Kunden und entscheide dann zusammen mit ihm, was ich als nächstes dazu bauen soll.

Wir reden viel über das, was der Kunde mit dem System erreichen möchte, was hilft und was nicht, verzetteln uns aber nicht in Vertragsverhandlungen. Wir schreiben nur auf, wovon wir denken, dass wir es als Erinnerungsstütze brauchen. Wir spekulieren nicht so viel, sondern probieren es aus. Das geht, weil wir zu jedem Zeitpunkt eine Software haben, die funktioniert. Und ich gebe meinem Entwicklerteam viel Freiheiten zu entscheiden, wie sie die Dinge machen wollen, weil ich ihnen vertraue, dass sie professionell arbeiten.

Irgendwann sagt der Kunde, das System, das er jetzt gerade hat, genügt seinen Anforderungen, und er benutzt es einfach weiter. Er hat ja regelmäßig was von mir bekommen, was er schon benutzen konnte. Tut das System nicht richtig, weil man bei den vielen Änderungen ein paar Workarounds eingebaut hat, dann haben wir ein Problem.

Scrum

ist eine spezielle Ausprägung von agilem Vorgehen. Es gibt drei Rollen: das Entwicklerteam von 3 bis 9 Personen, die in der Lage sind, alle Aufgaben zu erledigen, den Product Owner, der bestimmt, was in welcher Reihenfolge gebaut wird, und der Scrum Master, der dem Team hilft, produktiv zu arbeiten und sich ständig zu verbessern.

Der Product Owner pflegt einen Product Backlog, das ist eine priorisierte Liste von Dingen, die er und das Team gerne umgesetzt hätten. Man arbeitet in Sprints von einer festen Dauer (nicht länger als vier Wochen). Das Ergebnis eines Sprints ist lauffähige Software.

Der Sprint beginnt mit der Planung, in der beschlossen wird, was in einem Sprint erreicht werden soll und was dafür getan werden muss. Das landet im Sprint Backlog, einer priorisierten Liste von Dingen, die in dem Sprint getan werden sollen. Ein Sprint endet mit einem Review und einer Retrospektive.

Beim Review, zu dem Kunde und andere Stakeholder eingeladen sind, werden die Ergebnisse am lauffähigen System gezeigt und Feedback eingesammelt.

Bei der Retrospektive geht es darum, Verbesserungsmöglichkeiten zu entdecken und konkrete Maßnahmen daraus abzuleiten.

Zudem gibt es ein tägliches Treffen des Teams von maximal 15 Minuten, dem Daily Scrum, bei dem besprochen wird, was an diesem Tag als Team angegangen werden soll, welche Probleme es gibt und wie man sich gegenseitig helfen kann.

Ein wichtiges Werkzeug dabei ist das Scrum Board, auf dem der Sprint Backlog visualisiert ist, und man sehen kann, was zu tun ist, was gerade in Bearbeitung ist und was schon erledigt ist.

Wenn wir das alle brav tun, ohne den tieferen Sinn zu verstehen und hier und da ein paar Abkürzungen einbauen, dann haben wir ein Problem, weil es aussieht wie Scrum, aber nicht viel rauskommt.

Kanban

ist ebenfalls eine spezielle Ausprägung von agilem Vorgehen. Das zentrale Werkzeug ist das Kanban Board, einer Tafel mit einer Reihe von Spalten.

Jede Spalte repräsentiert eine Schritt bei der Bearbeitung einer Aufgabe. Die erste Spalte ist das Backlog, die priorisierte Liste von Dingen, die in das System eingebaut werden sollen. Die letzte Spalte ist die Liste von Dingen, die fertig sind.

Welche weiteren Spalten dazwischen eingeführt werden, ist dem Team überlassen. Jede der Spalten dazwischen besteht aus zwei Unterspalten, mit den Überschriften “Work in Progress” und “Done”.

Immer wenn jemand im Team mit einer Aufgabe fertig ist, kann er sich eine neue Aufgabe aus einer “Done”-Spalte oder dem Backlog nehmen und nach “Work in Progress” der darauffolgenden Spalte schieben, was bedeutet, dass er diese Aufgabe erledigen wird.

Auch dabei kann einiges schief gehen und dann haben wir ein Problem.

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