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Scrum vs. Kanban

Agiles Arbeiten - Scrum - Kanban
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Die beiden Projektmethoden setzen sich seit Jahren durch. Für das agile Steuern von Entwicklungs- und Veränderungsprojekten in allen Feldern, nicht nur der Softwareentwicklung.

Scrum ist die komplexere Option. Es legt Rollen fest, formalisiert das Anforderungsmanagement und sorgt für produktive Teamarbeit.

Kanban ist einfach und vielseitig. Es fokussiert Einzelne oder Teams – weg von der Verzettelung und hin zum Liefern von Ergebnissen. Bei seiner Einführung gibt es kaum Hürden oder Widerstände. Und weitere agile Praktiken lassen sich nach und nach daran andocken.

Gemeinsamkeiten

Schauen wir uns die Gemeinsamkeiten von Scrum und Kanban an:

  • Beide nutzen das Pull-Prinzip. In Scrum kommt es beim Sprint Planning zum Einsatz, in Kanban gilt es auf dem gesamten Board.
  • Die beiden sind sowohl lean als auch agile im eigentlichen Sinne.
  • Alle zwei machen durch Transparenz das Optimierungspotenzial des Prozesses sichtbar. In Scrum treibt dieses Thema maßgeblich der Scrum Master, in Kanban wird es durch die Stakeholder und das Management forciert, sofern WIP-Limits die Bottlenecks aufzeigen.
  • Die Zwei nutzen WIP-Limits. In Scrum limitiert der Sprint die Anzahl der zu erledigenden Aufgaben, in Kanban ist es das WIP-Limit bei den Statusübergängen.
  • Beide arbeiten mit dem Ziel, dass die Teams sich selbst organisieren.
  • Beide versuchen den Releaseplan zu optimieren. In Scrum mithilfe der Team-Velocity, bei Kanban dient dazu die Lead-Time.
  • Beide möchten auslieferbare Softwareinkremente möglichst oft und schnell releasen.

Unterschiede

Das Ziel ist das gleiche, aber der Weg dorthin unterscheidet sich doch maßgeblich. Genau hier kommen die Unterschiede zum Tragen:

  • Rollen: Scrum sieht drei Rollen vor: Scrum Master, Product Owner, Entwicklungsteam. Kanban kennt normalerweise keine dieser Rollen.
  • Timebox: Vom Daily bis zum Sprint, alles ist bei Scrum mit einer Timebox versehen. In Kanban gibt es eine solche nicht – zumindest keine vorgegebene.
  • Team-Forecast: In Scrum gibt diesen das Team für den Sprint, indem es sich fragt, welche Arbeit sie bis zum Ende schaffen. In Kanban ist derartiges nicht vorgesehen.
  • Velocity vs. Lead-Time: Scrum nutzt die Team-Velocity als Metrik für Planungen und Prozessoptimierungen. In Kanban ist dies die Lead-Time.
  • Schätzungen: Per Scrum Guide vorgeschrieben, in Kanban optional.
  • WIP-Limit: Scrum hat ein indirektes (den Sprint), Kanban ein direktes per Statusübergang im Workflow.
  • Burndowncharts: Gibt es in Scrum, in Kanban nicht.
  • Unvorhergesehene Arbeit: In Scrum ist der Sprint geschützt, streng genommen wandern neue Aufgaben in das Product Backlog und werden im nächsten Sprint erledigt. In Kanban entscheidet die verfügbare Kapazität darüber, ob ein Arbeitspaket erledigt wird oder nicht. Dies kann durch die betroffenen Stakeholder unmittelbar beeinflusst werden.
  • Boards: Ein Scrumboard ist optional und wird zu jedem Sprint neu mit Arbeitspaketen bestückt. Ein Kanbanboard bleibt hingegen dauerhaft erhalten und wird erst mit Beendigung des Produktes/Projektes gelöscht.
  • Product Backlog: In Scrum zwingend priorisiert, bei Kanban ist dies ebenfalls optional.
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